{"id":8094,"date":"2015-10-29T12:16:14","date_gmt":"2015-10-29T09:16:14","guid":{"rendered":"https:\/\/efk.epcc.ee\/?p=8094"},"modified":"2015-10-29T12:16:14","modified_gmt":"2015-10-29T09:16:14","slug":"erkki-sven-tuur-brett-dean-gesualdo","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/efk.epcc.ee\/en\/2015\/10\/erkki-sven-tuur-brett-dean-gesualdo\/","title":{"rendered":"Erkki-Sven T\u00fc\u00fcr \/ Brett Dean: Gesualdo"},"content":{"rendered":"<p>Das siebte ECM-Album (auf die 2014 ver\u00f6ffentlichte Siebte Sinfonie folgend) mit Werken Erkki-Sven T\u00fc\u00fcrs ist von Grund auf anders als die vorangegangenen. Unter der Leitung von T\u00f5nu Kaljuste produzierte Manfred Eicher mit T\u00fc\u00fcr ein unkonventionelles Programm, das ebenso eine Art R\u00fcckblick \u2014 in fr\u00fchere Schaffensphasen des Komponisten wie in die Musikgeschichte \u2014 darstellt, wie es neue T\u00fcren \u00f6ffnet. Das \u0152uvre von Carlo Gesualdo (1566-1613) ist bei ECM seit Jahrzehnten ein konstanter Fokus- und Orientierungspunkt. Das von Brett Dean, 1961 im australischem Brisbane geboren und von 1985 bis 1999 Mitglied der Berliner Philharmoniker, hingegen begegnet uns hier zum ersten Mal.<br \/>\nWie der Albumtitel ank\u00fcndigt, ist der musikgeschichtlich einflussreiche Italiener Fokus dieser CD; es geht darum, Linien sichtbar zu machen, wie Komponisten und Interpreten sich noch heute, vier Jahrhunderte nach Gesualdos Tod, von seinem Schaffen inspirieren lassen. Neben zwei Adaptionen von Motetten (\u00bbMoro lasso\u00ab und \u00bbO crux benedicta\u00ab) f\u00fcr Streichorchester schrieb T\u00fc\u00fcr auf Bitte Kaljustes das Orchesterst\u00fcck \u00bbL&#8217;ombra della croce\u00ab, das er als R\u00fcckblick auf seine fr\u00fche Schaffensphase um 1990 angelegt hat. T\u00fc\u00fcr greift nicht zum ersten Mal auf fr\u00fchere eigene und fremde Werke zur\u00fcck, doch hier ergibt sich aus der vielfachen Reflexion fast schon ein musikalisches Spiegelkabinett.<br \/>\nDenn neben Deans auf \u00bbMoro lasso\u00ab und Gesualdos Biografie aufbauendem \u00bbCarlo\u00ab f\u00fcr Chor und Streichorchester (1997, die Originalversion war f\u00fcr Sampler und Tape statt f\u00fcr Chor) \u00fcberarbeitete T\u00fc\u00fcr \u00bbPsalmody\u00ab, einst f\u00fcr das Alte-Musik-Ensemble Hortus Musicus geschrieben, hin zu einem gro\u00dfen Orchesterst\u00fcck, ebenfalls mit Chor, wobei er sich laut eigenen Worten in einen Dialog mit dem \u00bbMainstream of Minimalism\u00ab aus Amerika begibt. Also ein Br\u00fcckenschlag zwischen dem T\u00fc\u00fcr der Gegenwart und dem Fr\u00fchwerk \u2014 dem von 1993, als er gerade sein siebenteiliges Gro\u00dfwerk \u00bbArchitectonics\u00ab (1984-92) abgeschlossen hatte, das in gewisser Weise Grundlinien zwischen seinem fr\u00fchen Schaffen als Mitglieder der Prog-Rockband In Spe und seinem darauf folgenden Oeuvre als Komponist zieht.<br \/>\nEntsprechend sind diese beiden aktuellen Werke \u00fcberraschend zug\u00e4nglich auch f\u00fcr T\u00fc\u00fcr-Einsteiger, fast m\u00f6chte man sagen \u00bbklassisch\u00ab, w\u00e4re das nicht so irref\u00fchrend bei einem Vorw\u00e4rtsdenker wie T\u00fc\u00fcr. Und Brett Deans \u00bbCarlo\u00ab f\u00fcgt sich wiederum erstaunlich gut in den offenen Kosmos dieses exquisit strukturierten Programms ein, eine fantasieanregende Entdeckung. (ijb)<\/p>\n<p>Mit folgenden nordischen Komponisten und Werken:<br \/>\nErkki-Sven T\u00fc\u00fcr: \u00bbL&#8217;ombra della croce\u00ab (2014) \u00b7 \u00bbPsalmody\u00ab f\u00fcr Streichorchester (1993\/2011)<br \/>\nBrett Dean: \u00bbCarlo\u00ab (1997) f\u00fcr Chor und Streichorchester<br \/>\nCarlo Gesualdo da Venosa: \u00bbMoro lasso\u00ab (1611), \u00bbO crux benedicta\u00ab (1603) (Versionen f\u00fcr Streichorchester, 2013)<br \/>\nErkki-Sven T\u00fc\u00fcr: Erkki-Sven T\u00fc\u00fcr \/ Brett Dean: Gesualdo<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das siebte ECM-Album (auf die 2014 ver\u00f6ffentlichte Siebte Sinfonie folgend) mit Werken Erkki-Sven T\u00fc\u00fcrs ist von Grund auf anders als die vorangegangenen. 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